Kategorie: Menschen zeichnen

Portrait zeichnen

Schritt für Schritt-Anleitung

Portrait zeichnen

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| aktualisiert am 25.04.2021

Wer geübt hat wie man einen Kopf zeichnet und sich darin sicher fühlt, der kann als Nächstes ein Portrait in Angriff nehmen. Portraits gehören zwar zu den schwierigeren Zeichenmotiven, jedoch kann alles gelernt werden.

Vorlage für die Portraitzeichnung

Für eine möglichst realistische Portraitzeichnung sollten wir unbedingt eine Vorlage heranziehen. Diese kann ein Foto sein oder aber eine Person.

Ein Foto ist eine einfache Vorlage, denn es ist wie unsere Zeichnung zweidimensional, wodurch die Übersetzung von Foto zu Zeichnung nicht all zu schwer ist. Darüber hinaus bewegt sich ein Foto auch nicht oder wird ungeduldig, wenn wir zu lange brauchen.

Wer jedoch das Glück hat eine lebendige Vorlage mit viel Geduld zu finden, der sollte diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen! Zwar ist es ein wesentlich schwierigeres Unterfangen, aber man kann auch viel mehr dabei lernen.

Von der Vorlage zur Skizze

Zunächst übersetzen wir unsere Portrait-Vorlage in eine Skizze. Hierfür sollten wir uns viel Zeit nehmen und immer wieder prüfen, ob wir die Proportionen des Gesichtes und Kopfes richtig gezeichnet haben.

Beim Erfassen der Proportionen ist es erlaubt mit vielen Hilfslinien zu arbeiten, wir sollten jedoch mit einem harten Bleistift (z.B. einem H4 oder H2) arbeiten. Die Hilfslinien unserer Skizze werden nämlich bei dieser Bleistifthärte unter der späteren Zeichnung verschwinden.

Werden Abstände und Größen einzelner Elemente präzise getroffen, wird die Portraitzeichnung genau wie das Original aussehen. Abweichungen führen hingegen dazu, dass die fertige Zeichnung dem Original nur ähnelt.

Darüber hinaus sollten wir besondere Charakteristiken nicht übersehen. Die Stellung der Zähne, die Linien der Lippen, Fältchen, Sommersprossen oder Muttermale sind nur einige Beispiele für Details, die in der Skizze viel Beachtung brauchen.

Portrait zeichnen lernen: Skizze

Anfänger sollten sich nicht zu großen Druck machen. Das Ziel sollte zu Beginn sein eine Person realistisch zu zeichnen, denn Meisterwerke wird man später noch genug anfertigen.

Von der Skizze zur Portraitzeichnung

Die nächsten Schritte sind Empfehlungen und müssen nicht in gleicher Reihenfolge umgesetzt werden. Manche Künstler beginnen mit den Augen, andere mit den Haaren, wiederum andere zeichnen kreuz und quer gleichzeitig an verschiedenen Bereichen eines Portraits. Je mehr du zeichnest, umso besser wirst du verstehen, was für dich am besten funktioniert.

Haut zeichnen

Haut ist besonders spannend, da wir durch sie eine plastische Illusion erschaffen. In erster Linie handelt es sich hierbei um das Zeichnen von Schatten und das Freilassen für Lichtreflexe, egal welchen Hautton oder Hauttypen wir darstellen möchten.

Am besten beginnen wir mit einem harten Bleistift, mit dem wir alle Schatten zeichnen. Erst wenn wir mit dem Ergebnis zufrieden sind, können wir die Schatten stufenweise mit weicheren Bleistiften verstärken. Um rechtzeitig Korrekturen einleiten zu können ist es wichtig jeden Zwischenschritt zu prüfen, bevor es weitergeht.

Während wir die Haut zeichnen und modellieren, können wir uns übrigens auch von Hilfslinien verabschieden, die wir nicht mehr benötigen. Die meisten sollten unter der Schraffur von selbst verschwinden, andere können wir vorsichtig mit einem Radiergummi entfernen.

Portrait zeichnen lernen: Haut zeichnen

Augen zeichnen

Augen erwecken ein Portrait erst richtig zum Leben. Zumindest erscheint es vielen so, was sicher damit zu tun hat, dass wir Menschen meist zuerst anderen Personen in die Augen schauen – selbst bei Zeichnungen.

Beim Zeichnen der Augen braucht man meist ein breites Spektrum verschiedener Bleistifthärten, um den Details wie Fältchen, Wimpern, Lidschatten etc. gerecht zu werden.

Aufgrund der starken Kontraste der weichen Bleistifte kommt es nicht selten vor, dass man damit beginnt Schatten an anderen Stellen im Gesicht dunkler zu zeichnen, um wieder ein Gleichgewicht in unser Portrait zu bringen. Das zeigt, dass es wirklich keine feste Reihenfolge beim Zeichnen eines Portraits gibt.

Augen zeichnen lernen
Portrait zeichnen lernen: Augen zeichnen

Nase zeichnen

Als wir die Haut gezeichnet haben, haben wir wahrscheinlich auch schon den größten Teil der Nase gezeichnet. Im Fall der Beispielzeichnung ist der Nasenrücken zu breit geraten und muss verbessert werden.

Die Nasenform können wir bereits mit sehr feinen Schatten stark beeinflussen. Das mag zunächst gut klingen, aber jeder falsche Strich hat dementsprechend auch große Folgen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sogar zu einem H4 greifen und sich ganz vorsichtig durch kaum wahrnehmbare Schatten geduldig voran arbeiten.

Nase zeichnen lernen
Portrait zeichnen lernen: Nase zeichnen

Mund zeichnen

Je nachdem welche Stimmung unser Portrait darstellt, können wir auf verschiedene Herausforderungen beim Zeichnen des Mundes treffen. Ist er ruhend, müssen wir viele feine Fältchen zeichnen. Lächelt er, müssen wir Zähne zeichnen.

Ähnlich wie beim Augapfel sind Zähne zwar weiß, aber benötigen trotzdem sehr feine Schattierungen, um realistisch auszusehen. Wobei wir hier die Devise weniger ist mehr verfolgen sollten. Andernfalls könnte unser Portrait nämlich aussehen, als bräuchte es dringend eine Prophylaxe. Der härteste Bleistift in unserem Besitz ist hier die beste Wahl.

Um die Lippen realistisch aussehen zu lassen, sollten wir versuchen keine Lippenkontur zu zeichnen, sondern sie gleich mit der gesamten Lippe durch Schraffieren darzustellen. Auf diese Weise bleibt die Lippenkontur weich und realistisch.

Mund zeichnen lernen
Portrait zeichnen lernen: Lächeln zeichnen

Haare zeichnen

Je nach Frisur können wir das Haar entweder zum Schluss oder zu einem früheren Zeitpunkt zeichnen. Bei der Beispielzeichnung handelt es sich um einen sehr dunklen Bob mit Pony. Da das Haar also teilweise das Gesicht bedeckt, lohnt es sich in diesem Fall bis zum Schluss zu warten. Frisuren, bei denen das Haar aus dem Gesicht ist, kann man hingegen schon zu Beginn zeichnen.

Sind wir mit dem Haar fertig, lohnt es sich einen finalen Blick auf die Portraitzeichnung zu werfen und eventuell einige Schatten im Gesicht oder am Hals nachzubessern, denn speziell dunkles Haar kann den Rest des Portraits ausgewaschen wirken lassen.

Frisuren zeichnen lernen
Portrait zeichnen lernen

Braucht ein Portrait einen Hintergrund?

Eine Portraitzeichnung benötigt nicht unbedingt einen Hintergrund. Während ein Portrait ohne Hintergrund die volle Aufmerksamkeit auf die abgebildete Person zieht, so kann ein Hintergrund der Zeichnung zusätzliche Spannung verleihen. Konkrete Räume, Umgebungen oder einfarbige Hintergründe können jeweils verschiedene Wirkungen auf das Portrait haben und es in einen völlig neuen Kontext setzen.

Letzte Tipps

Portraits zeichnen ist wirklich nicht einfach! Daher lass dich bloß nicht entmutigen, wenn das Ergebnis anders aussieht als erwartet. Viel wichtiger ist es, dass du mit jeder Zeichnung Fortschritte machst!

Übe ruhig einzelne Elemente wie Augen oder Mund im Detail bevor oder während du ein Portrait zeichnest, wenn du dir unsicher bist.

Habe ein sauberes Stück Papier parat, denn damit verhinderst du die Hand auf eine bereits gezeichnete Stelle abzulegen und die Zeichnung so zu verschmieren.

Der dunkelste Punkt in unserem Portrait sollte immer die Pupille sein. Da sie jegliches Licht absorbiert, darf nichts anderes dunkler sein. Wer mit einem sehr weichen Bleistift sein Portrait stellenweise ausbessert, der sollte mit dem gleichen Bleistift auch die Pupillen nachzeichnen.


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