Lerne, wie Du den flauschigen Vierbeiner zeichnen kannst!
In diesem Tutorial zeige ich Dir, wie Du eine Katze zeichnen kannst – in mehreren Teilen. Wir beginnen mit einer ganz einfachen Katze, die sich auch gut zum Zeichnen mit Kindern eignet. Danach schauen wir uns die Anatomie an, bauen darauf eine Skizze auf und zeichnen gemeinsam eine realistische Katze. Zum Schluss gehe ich noch genauer auf den Katzenkopf und auf verschiedene Posen ein.
Wenn Du eine Katze einfach und schnell zeichnen möchtest, brauchst Du weder eine Vorlage noch Kenntnisse über die Anatomie. Es reicht, die Katze aus wenigen Grundformen aufzubauen.
Zum Schluss radierst Du die Hilfslinien der Kreise weg und ziehst die Umrisse nach. Fertig.
Der häufigste Fehler bei einer einfachen Katze sind zu kleine Ohren und ein zu langer Hals. Wenn Deine Katze eher wie ein Hund aussieht, liegt es fast immer an einem dieser beiden Punkte.
Bevor wir eine realistische Katze zeichnen, sollten wir einen Blick auf ihre Anatomie bzw. ihren Knochenaufbau werfen. Dies wird uns dabei helfen, die Katze besser zu verstehen und sie in verschiedenen Posen zu zeichnen.
Jennings, H. S.; Reighard, Jacob Ellsworth, Public domain, via Wikimedia Commons
Der Schädel einer Katze ist rundlich und hat eine kurze Schnauze. Der Nacken ist flexibel und ermöglicht es der Katze, ihren Kopf in verschiedene Richtungen zu drehen.
Vom Kopf aus erstreckt sich der Körper mit einer eleganten Krümmung des Rückens. Die Wirbelsäule der Katze besteht aus einer Reihe von Wirbeln, die ihr Stabilität verleihen. Die Vorderbeine sind im Vergleich zu den Hinterbeinen kürzer und verleihen der Katze eine charakteristische Haltung.
Die Schulterblätter und die Brustknochen verbinden die Vorderbeine mit dem Rumpf. Die Hinterbeine sind stark und muskulös, was ihnen ermöglicht, weite Sprünge zu machen und sich schnell fortzubewegen.
Darüber hinaus hat die Katze (die meisten zumindest) einen langen Schwanz, der ihr Gleichgewicht beim Klettern und Springen hält. Der Schwanz kann aber auch auf verschiedene Arten eingesetzt werden, um die Körpersprache der Katze auszudrücken.
Beim Zeichnen einer Katze ist es wichtig, die Proportionen und Beweglichkeit des Körpers zu berücksichtigen. Die Länge der Beine und des Schwanzes kann je nach Rasse oder individueller Katze variieren. Indem wir uns mit der Anatomie vertraut machen, können wir die einzigartigen Merkmale einer Katze in unseren Zeichnungen einfangen.
Für die Skizze können wir uns einige Elemente des Katzenskeletts zunutze machen und diese in vereinfachter Form zeichnen. Darüber hinaus empfehle ich zusätzlich, mit einer Vorlage zu arbeiten. Vielleicht hast Du sogar eine Katze und kannst sie in einer ruhigen Pose, z.B. beim Schlafen, zeichnen.
Achte vor allem auf die Gelenke der Vorder- und Hinterbeine. Auch wenn die Ansätze der Beine in der späteren Zeichnung nicht zu sehen sind, so sollten wir sie dennoch zeichnen, um die Proportionen richtig zu treffen.
Im nächsten Schritt zeichnen wir die Konturen des Körpers, der Ohren und des Auges. Die Linien sind nicht zu gerade, denn der Katzenkörper hat an verschiedenen Stellen Rundungen oder leichte Krümmungen, die durch die Körperhaltung, Muskulatur und das Fell verursacht werden.
Untersuche Deine Vorlage ganz genau und nimm Dir viel Zeit für die detaillierte Skizze. Später wird es schwer sein, Fehler zu korrigieren.
Bevor wir das Fell der Katze zeichnen, sollten wir die Stellen für Schatten und Glanzlichter markieren. Dies wird es uns leichter machen, das Fell realistisch zu zeichnen, denn wenn wir uns nur auf die Fellstruktur und nicht mehr auf das Licht konzentrieren, kann unsere Katze später platt wirken.
Ich zeichne eine gewöhnliche schwarze Katze mit Bleistiften. Du kannst für Deine Zeichnung aber natürlich andere Zeichenutensilien wie beispielsweise Buntstifte oder Kohlestifte nutzen.
Ich beginne mit den Beinen der Katze, aber je nach Pose der Katze kann es sinnvoll sein an einer anderen Stelle zu beginnen. Achte beim Zeichnen des Fells darauf, dass Fell an verschiedenen Körperteilen in verschiedene Richtungen verläuft. In meiner Zeichnung verläuft das Fell am oberen Teil des Beins leicht geschwungen von rechts nach links. Am unteren Teil jedoch verläuft das Fell nach unten und wird auch wesentlich kürzer.
Je nach Haltung des Schwanzes kann auch hier das Fell in verschiedenen Richtungen abstehen oder sich wie eine beinah perfekt glatte Oberfläche legen.
Beim Rumpf der Katze solltest Du darauf achten, dass das Fell zwischen Rumpf und Beinen sowie Schwanz gut ineinander übergeht. Auch wenn das Fell an diesen Übergängen die Richtung ändern kann, so sollte dies nicht zu abrupt, sondern sanft und mit gebogenen Strichen gezeichnet werden.
Die Ohren einer Katze können eine Herausforderung sein, wenn Deine Zeichnung klein ist (wie bei mir) oder wenn Du keine gute Vorlage zur Hand hast. Daher würde ich empfehlen in dem Fall auf die Suche nach weiteren Vorlagen zu gehen, denn das Ohr einer Katze hat eine interessante Form, die man für eine realistische Zeichnung auch gut einfangen sollte.
Kommen wir zum Rest des Kopfes. Achte auf die Wuchsrichtung des Fells, die auf dem Kopf einer Katze sehr abwechslungsreich ist. Vergiss auch nicht, die Schnurrhaare im Bereich der Schnauze zu zeichnen.
Zu guter letzte würde ich empfehlen, eine kleine Pause zu machen und danach zu schauen, ob vielleicht an manchen Stellen Schatten fehlen oder ob Du den Glanz des Fells betonen möchtest (z.B. mit einem Radierer).
Der Kopf ist der Teil, an dem sich entscheidet, ob Deine Zeichnung wirklich nach Katze aussieht. Deshalb lohnt es sich, ihn getrennt zu üben.
Der Katzenschädel ist rundlich mit einer sehr kurzen Schnauze. Zeichne zuerst einen Kreis und setze darunter eine leicht nach unten verjüngte Form für Kinn und Schnauze an. Anders als beim Hund springt die Schnauze kaum hervor.
Zieh eine waagerechte Linie auf halber Höhe des Kreises – dort sitzen die Augen. Eine senkrechte Mittellinie hilft Dir, beide Gesichtshälften symmetrisch zu halten. Wenn der Kopf zur Seite geneigt ist, krümmen sich beide Linien mit.
Katzenaugen sind groß im Verhältnis zum Kopf und mandelförmig, an den äußeren Ecken leicht nach oben gezogen. Der Abstand zwischen den Augen beträgt ungefähr eine Augenbreite.
Die Pupille verändert sich je nach Licht: Bei hellem Licht wird sie zu einem schmalen senkrechten Schlitz, im Dunkeln fast rund. Das ist ein Detail, das eine Zeichnung sofort glaubwürdiger macht. Eine ausführliche Anleitung dazu findest Du unter Tieraugen zeichnen.
Die Nase ist ein kleines, abgerundetes Dreieck mit der Spitze nach unten. Von der Spitze aus verläuft eine kurze senkrechte Linie nach unten, die sich in zwei flache Bögen teilt – das ist die typische Katzenschnauze. Die Wangenpartien darum herum sind durch das Fell deutlich breiter als der Schädel selbst.
Ohren sind mehr als Dreiecke: Der Ansatz ist breit, die Außenkante fast gerade, die Innenkante geschwungen. Im Inneren sitzen feine Härchen, die Du mit wenigen lockeren Strichen andeuten kannst. Die Ohrstellung verrät außerdem die Stimmung – aufgerichtet bedeutet aufmerksam, angelegt bedeutet Unbehagen.
Zeichne die Schnurrhaare zum Schluss und mit möglichst schnellen, durchgezogenen Strichen. Sie entspringen in mehreren Reihen aus den Wangenpolstern, sind unterschiedlich lang und niemals ganz gerade. Ein langsam gezogener Schnurrhaar-Strich sieht immer steif aus.
Sobald der Aufbau sitzt, lohnt es sich, dieselbe Katze in mehreren Haltungen zu zeichnen. Die Anatomie bleibt gleich, nur die Anordnung ändert sich.
Die häufigste Pose und ein guter Einstieg. Der Körper bildet eine aufrechte, leicht konische Form, die zu den Schultern hin schmaler wird. Die Vorderbeine stehen gerade darunter, die Hinterbeine sind angewinkelt und meist nur als Wölbung sichtbar. Der Schwanz liegt entweder um die Pfoten gelegt oder fällt seitlich herunter.
Achte darauf, dass der Kopf senkrecht über den Vorderpfoten sitzt – sonst kippt die Katze optisch nach vorn oder hinten.
Am einfachsten zu zeichnen, weil die Beine größtenteils verdeckt sind. Eine schlafende Katze rollt sich häufig zu einer fast geschlossenen Form zusammen, bei der der Schwanz den Kreis schließt. Hier geht es weniger um Anatomie als um eine saubere Silhouette und um Licht und Schatten.
Wenn Du selbst eine Katze hast, ist das die Pose, die Du am ehesten in Ruhe nach dem Leben zeichnen kannst.
Die schwierigste Variante, weil sich die Wirbelsäule stark krümmt und die Beine sich überschneiden. Zeichne hier unbedingt zuerst die Linie des Rückens als eine einzige geschwungene Kurve und häng Kopf, Beine und Schwanz erst danach daran auf. Wenn Du mit den Beinen beginnst, stimmt die Bewegung fast nie.
Zeichne dieselbe Katze fünfmal klein auf eine Seite, jedes Mal in einer anderen Haltung, und gib Dir pro Skizze höchstens fünf Minuten. Es geht dabei nicht um fertige Zeichnungen, sondern darum, ein Gefühl für die Beweglichkeit zu bekommen. Genau dafür sind Skizzen da.