Zeichnen in Rom

Eine Zeitreise in die Antike

Zeichnen in Rom

Wer Rom mit Skizzenbuch und Stiften besucht, der wird grandiose Zeichnungen mit nach Hause nehmen. Besonders die Altstadt von Rom ist atemberaubend schön: Antike und Renaissance sind hier zum Greifen nah und man kann sich von den größten Künstlern unserer Geschichte inspirieren lassen.

Im Sommer ist Rom besonders stark besucht, daher kann es vor beliebten Sehenswürdigkeiten mitunter ziemlich voll werden. Es ist zwar tagsüber möglich eine schnelle Skizze im Stehen zwischen all den Menschen anzufertigen, aber früh am Morgen kann man sich ungestört mit einem guten Blick auf die Sehenswürdigkeiten irgendwo hinsetzen und wesentlich entspannter zeichnen.

Wer Gebäude in Rom zeichnen will und keine geraden Linien frei aus der Hand zeichnen kann, der sollte unbedingt ein Lineal oder eine andere Form von Hilfswerkzeug mitbringen.

Zeichnung aus Rom, Italien: Römer Zeichnung aus Rom, Italien: Gebäude
Innenhof Rom Skizze
Uhr am Petersdom Skizze
Ponte Vittorio Emanuele II - Brücke in Rom Skizze
Erzengel Michael Engelsburg Skizze

Mir kam es während meiner Rom-Reise so vor, als würde man hier mehr Künstler draußen bei der Arbeit antreffen als in anderen Städten. Neben den Straßenkünstlern, die versuchen ihre Werke zu verkaufen, trifft man auch auf viele Leute, die zum Lernen oder zum Spaß draußen zeichnen.

Künstler zeichnet auf der Straße
Künstler zeichnet draußen

Reisebericht aus Rom

Rom nimmt einen mit auf eine Zeitreise zurück in die Antike wie keine andere Stadt auf diesem Planeten. Schon Goethe hat die Schönheit Roms damals aus den Socken gehau’n: In seinem Buch Italienische Reise beschreibt er, wie er all sein theoretisches Wissen über das Zeichnen und Malen überall in wahrer Gestalt sehen konnte. Auch wenn er in seinem Reisebericht die einzigartige Schönheit der antiken Überreste anpreist, so bedauert er den Anblick moderner Gebäude, die seiner Meinung nach das Gesamtbild zerstören.

Anders als Goethe empfand ich die modernen Gebäude (wenn er nur wüsste, was da heute steht!) nicht störend, aber ich teile seine Faszination für die Schönheit der Stadt vollkommen. Man kommt nicht aus dem Staunen heraus und auch wenn ich bei meinem kurzen Wochenendtrip nach Rom nur einen Bruchteil des Ganzen genießen konnte, so waren die Eindrücke grandios - und auch sehr kurios.

Gestalten in Rom

Sehenswürdigkeiten in Rom

Der Petersplatz

Als ich nur wenige Stunden nach meiner Ankunft in Rom auf dem Petersplatz stand, da dachte ich mir: “Goethe, ick versteh schon wat du jemeint hast.”

Der Petersdom gilt als architektonisches Meisterwerk der Renaissance, deren Kernelement die Rückbesinnung auf die klassische Antike und deren künstlerische, philosophische und wissenschaftliche Leistung bildet. Im gleichen Atemzug muss man auch Michelangelo erwähnen, der einer der Baumeister des Petersdoms war und von dem die Fresken in der Sixtinischen Kapelle stammen.

Der Petersdom bei Nacht Der Petersplatz bei Nacht

Um den Petersplatz herum ziehen sich große, kreisförmige Säulenkolonnaden von denen zahlreiche Statuen auf einen hinab schauen. Die Kolonnaden markieren übrigens auch die Grenze zwischen Italien und der Vatikanstadt. Auch wenn ich also nicht den Petersdom von innen gesehen oder die Vatikanmuseen besucht habe, so kann ich behaupten in der Vatikanstadt gewesen zu sein.

Als ich diese Fotos am Abend geschossen habe, wusste ich noch gar nicht, wie glücklich ich mich in diesem Moment schätzen konnte. Der Petersplatz wurde zu diesem Zeitpunkt nur von wenigen Menschen heimgesucht und ich konnte ihn tatsächlich in seiner ganzen Schönheit genießen.

Petersdom Kolonnade auf dem Petersplatz

Tagsüber sah die Sache schon anders aus: Überall wimmelte es voller Menschen. Es war ein Samstag, das Wetter war heiß und trotz Wolken knallte die Sonne erbarmungslos auf die Körper der Touristen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch nie in meinem Leben so eine lange Schlange gesehen habe. Entlang aller Kolonnaden standen die Touristen geduldig in der Schlange und warteten darauf in den Vatikan hinein gelassen zu werden. Es muss sich um Stunden gehandelt haben, aber sie blieben alle tapfer!

Engelsburg

Die Engelsburg wurde damals von Kaiser Hadrian (irgendwann zwischen dem Jahr 76 und 138) in Auftrag gegeben und diente als Mausoleum, in dem er und seine Nachfolger sich zur ewigen Ruhe legten. Diese Ruhe fand im 9. Jahrhundert ein Ende, als die Päpste damit begonnen die Burg zu einer Fluchtburg umzubauen.

Die Engelsburg in Rom

Im Jahr 1527 kam sie in ihrer neuen Rolle zum vollen Einsatz: Als Kaiser Karl V angriff, flohen Papst Clemens VII und seine Kardinäle in die Engelsburg und hatten glücklicher Weise den berühmten Goldschmied Benvenuto Cellini dabei. Dieser konnte die Kanonen auf der Engelsburg wie kein anderer bedienen und schoss mit großer Treffsicherheit auf die Soldaten von Karl V.

Cellini war so gut dabei, dass ihn nach dem Angriff ein fürchterlich schlechtes Gewissen plagte, da er so viele Menschenleben beendet hat. Papst Clemens VII – so heißt es – zeichnete darauf hin ein großes Kreuz über Cellinis gesamten Körper, segnete ihn und verzieh ihm diese Tat im Namen Gottes.

Aussicht auf den Petersdom von der Engelsburg aus

Mittlerweile ist die Engelsburg ein Museum und erzählt seinen Besuchern von genau solchen Geschichten aus der Vergangenheit. Der Eintritt kostet 9 € pro Person. Besonders schön ist der Ausblick auf die Stadt von der obersten Ebene aus.

Allerdings sollte man dort oben keine Dummheiten machen wie beispielsweise Möwen ärgern, denn Erzengel Michael beobachtet alles mit seinem Schwert in der Hand vom höchsten Punkt aus.

Erzengel Michael auf der Engelsburg

Kolosseum

Das weltberühmte Kolosseum ist die Ruine des größten Amphitheaters der Antike. Der Bau wurde im Jahr 72 von Kaiser Vespasian aufgegeben und zur Einweihung wurden hunderttägige Spiele veranstaltet, darunter auch blutige Gladiatorenkämpfe.

Wusstet ihr, dass das Kolosseum einen Vorgänger hatte? Nur wenige Jahrzehnte vor Kaiser Vespasians Auftrag lies Kaiser Nero an gleicher Stelle einen Holzbau errichten. Dieser wurde jedoch im Jahr 64 vom Großen Brand Roms vollkommen zerstört, wie viele andere Gebäude der Stadt.

Kolosseum in Rom

Der Brand gilt als der größte der Antike, denn er vernichtete drei der 14 Stadtbezirke vollkommen und hinterließ großen Schaden in sieben weiteren Bezirken.

Da mein Aufenthalt in Rom nur sehr kurz war, musste der Anblick von Außen genügen.

Arkaden vom Kolosseum in Rom

Die Brunnen in Rom

Wasser ist das kostbarste Gut für Leben. Schon in der Antike erbauten die Römer kilometerlange Aquädukte, die die Stadt mit reichlich Wasser aus Bergquellen versorgten. Dieses System wurde in der Kaiserzeit durch weitere Wasserleitungen und zusätzliche Aquädukte ausgebaut, sodass die Stadt mit Unmengen von Wasser versorgt war und sich den Luxus von Thermen sowie zahlreichen Brunnen leisten konnte.

Prächtige Brunnen in Rom

Damals dienten die so wunderschön gestalteten Brunnen wie der Tritonenbrunnen dazu, der Bevölkerung den Zugang zum Wasser zu erleichtern. Heutzutage werden die Brunnen durch diverse Maßnahmen geschützt. Die einfachste davon ist eine schlichte Absperrung, die jedoch nicht um jeden Brunnen gezogen wurde.

Fontana del Tritone Tritonenbrunnen

Eine andere Schutzmaßnahme ist eine Geldstrafe, die einem bei Fehlverhalten in, auf oder sogar vor den Brunnen auferlegt werden kann. Die Strafen können um die 200 € verhängt werden.

Fontana di Fiumi in Rom Vierströmebrunnen in Rom

Trinkbrunnen in Rom

Eins ist sicher: In Rom verdurstet niemand. So gut wie überall findet man Brunnen mit Trinkwasser. Das ist besonders praktisch, da man selbst im heißen Sommer nur eine kleine Flasche mit sich tragen kann, die ständig aufgefüllt wird.

Die Brunnen bestehen aus ziervollen Steinfiguren oder aus schlichten, gebogenen Ausflussrohren. Letztere werden angeblich Nasoni genannt, was so viel heißt wie Großnasen.

Engel Trinkwasserbrunnen in Rom

Obwohl Trinkwasser für alle zugänglich ist, wird man ständig auf der Straße von zwielichtigen Straßenhändlern angesprochen, die einem gekühlte Wasserflaschen andrehen wollen. Kaum kommt die Polizei vorbei, sieht man diese Straßenhändler nur noch rennen.

Engel Trinkwasserbrunnen in Rom

Gebäude und Denkmäler in Rom

Piazza Venezia Denkmal für Vittorio Emanuelle II Corte Suprema di Cassazione Forum Romanum Borgo Santo Spirito Straße in Rom

Ein paar letzte Gedanken

Zwei Tage sind definitiv viel zu kurz, wenn man die Ewige Stadt in seiner vollen Schönheit erleben und untersuchen möchte. Rom hat so viel zu bieten, dass ich trotz meines kurzen Aufenthalts viel zu viel Material für diesen Blogbeitrag hatte und ihn deshalb ordentlich kürzen musste, um den Rahmen nicht zu sprengen.

Abgesehen von den atemberaubenden Sehenswürdigkeiten haben es mir die Seitenstraßen und Gassen der Stadt besonders angetan, denn dort fällt der Lautstärkepegel massiv und man kann plötzlich sogar Vögel zwitschern hören, die sich über die Blumenkästen auf den kleinen Balkonen hermachen. In den Gassen und Seitenstraßen findet man übrigens auch gute Restaurants, in denen Pizza und Pasta kein Vermögen mehr kosten.

enge Gassen in Rom

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