Malen mit Aquarell: Material und Techniken

Malen mit Aquarell: Material und Techniken

Malen mit Aquarellfarben kann riesige Freude machen, aber auch schnell zu unerwarteten Ergebnissen führen, wenn wir die Farben nicht richtig unter Kontrolle haben. Besonders für Anfänger ist es gut sich mit ein paar Techniken der Aquarellmalerei vertraut zu machen und mit dem richtigen Material zu arbeiten.

Materialien für Aquarell (Grundausstattung)

Man muss kein Vermögen ausgeben, um mit Aquarell zu malen, aber eine gewisse Grundausstattung wird uns das Leben wesentlich erleichtern. Es liegt auf der Hand, dass wir Papier, Pinsel und Aquarellfarben brauchen, aber worauf muss man achten und welche weiteren Materialien können wir noch für unsere Aquarellbilder verwenden?

Geeignetes Papier für Aquarellmalerei

Aquarellmallerei auf Aquarellpapier

Aquarellpapier ist unverzichtbar, wenn man mit Aquarellfarben malen will. Drucker- und Zeichenpapier sind nicht dafür geeignet Wasser aufzunehmen: Das Papier wird flocken und sich auflösen oder bestenfalls wellig trocknen und das gemalte Werk verzerren.

Mit dem richtigen Papier sparen wir uns nicht nur jede Menge Ärger, wir können auch alle möglichen Aquarell-Techniken damit auzuprobieren. Die Investition in einen Aquarellblock lohnt sich!

Beim Aquarellpapier unterscheidet man zwischen rauem und glattem Papier. Während glattes Papier sehr präzise Pinselstriche und absolute Kontrolle über Farbverläufe ermöglicht, so eignet sich raues Papier besser für Landschaftsbilder in einem typischen Aquarell-Stil.

Verschiedene Pinsel für Aquarell

Beim Thema Pinsel stellt sich oft die Frage, ob Echthaar oder Kunsthaar besser ist. Heutzutage gibt es keinen Grund mehr Pinsel aus Echthaar zu kaufen, denn Kunsthaarpinsel stehen ihnen qualitativ mittlerweile in nichts mehr nach.

Die verschiedenen Härten bei Bleistiften sind die verschiedenen Größen bei Pinseln: Man braucht sie nicht alle, um gute Bilder zu malen, aber eine ausgewogene Vielfalt wird uns helfen noch bessere Bilder zu malen. Mit einer Pinselgröße zwischen 8 und 10 macht man in der Regel nichts falsch, denn man kann sowohl dünne Striche ziehen als auch mittelgroße Flächen mit Aquarellfarben füllen. Will man sehr feine Striche ziehen, sollte man die Pinselgröße 0 wählen. Für sehr große Flächen steht einem alles um die 20 und darüber offen.

Auch wenn Aquarellfarben wasserlöslich sind, sollten wir nach dem Malen immer unsere Pinsel reinigen.

Aquarellfarben

Für den Anfang muss man sich nicht gleich einen ganzen Aquarell Farbkasten kaufen. Ganz im Gegenteil: Es ist ratsam mit den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau zu beginnen, denn so lernen wir auch direkt Farben zu mischen. Darüber hinaus sind drei einzelne Farbtuben oder Farbtöpfe wesentlich günstiger als ein ganzer Malkasten.

Die preislichen Unterschiede der verschiedenen Hersteller sind übrigens meist auf die Pigmentdichte der Aquarellfarben zurückzuführen. Teure Aquarellfarben sind in der Regel stärker pigmentiert und halten daher auch wesentlich länger. Mit günstigen Aquarellfarben verhält es sich genau anders herum. Wer sich nicht sicher ist, ob Aquarellmalerei das Richtige ist, der kann durchaus in die günstige Variante investieren.

Zum Mischen von Aquarellfarben kann man sich eine extra Mischschale kaufen oder ein altes Tellerchen nutzen. Viele Farbkästen bieten sogar Flächen zum Mischen im Deckel an.

Neben Farbtöpfen und Farbtuben gibt es auch Aquarellstifte. Sie sehen nicht nur aus wie Buntstifte, man kann sie auch genauso verwenden. Mit dem Unterschied, dass man mit einem nassen Pinsel über ihre Striche gehen kann und diese sich auf dem Papier auflösen wie alle anderen Aquarellfarben.

Aquarell Landschaft

Weitere Materialien

Mit der Grundausstattung von Pinsel, Aquarellpapier und Farbe können wir bereits loslegen mit dem Malen. Weitere Materialien können unsere Bilder aber noch interessanter aussehen lassen.

Klebeband

Klebeband ist das perfekte Material, wenn wir unser Aquarellbild mit einem Rahmen versehen möchten. Es sollte jedoch ein Klebeband sein, das sich einfach vom Papier lösen lässt und es nicht beim abtrennen zerstört.

Tinte

Tinte und Aquarellfarben harmonieren ausgezeichnet miteinander. Es gibt keine weiße Aquarellfarbe, daher lässt man Stellen beim Malen einfach frei, sodass das klare Papier Weiß darstellt. Wenn wir aber beispielsweise weißes Haar auf dunklem Hintergrund malen möchten, wird das durch bloßes Auslassen ein schier unmögliches Unterfangen.

Sowohl weiße als auch schwarze Tinte kann super interessante Akzente in einer Aquarellmalerei setzen. Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall, wenn man Freude am Malen mit Aquarellfarben hat.

4 Techniken der Aquarellmalerei

Das Malen mit Aquarell ist besonders einschüchternd, da Wasser und Farben unkontrollierbar scheinen und wir Fehler nicht wie beim Zeichnen radiere können. Mit diesen vier einfachen Techniken gelangen wir die Kontrolle über den Pinsel und werden viel gelassener an unsere Aquarellbilder gehen.

Transparenter Farbauftrag

Wie intensiv eine Farbe auf dem Papier aussehen wird, können wird durch das Mischverhältnis von Aquarellfarbe und Wasser kontrollieren. Wenig Wasser macht die Aquarellfarbe kräftig während viel Wasser sie transparent macht. Um ein Gespür dafür zu bekommen wie viel oder wie wenig Wasser unsere Aquarellfarben für verschiedene Ergebnisse benötigen, sollten wir dies auf einem Stück Papier testen.

Monochromer Farbverlauf Aquarellfarben

Ein transparenter Farbauftrag bietet sich dann an, wenn die Skizze oder Vorzeichnung zu sehen sein soll.

Wir sollten hierbei lediglich darauf achten, dass unsere Vorzeichnung nicht wasserlöslich ist! Ein Kohlestift beispielsweise würde sich sofort mit den Wasserfarben mischen, ein Bleistift bleibt hingegen standfest.

Aquarellbild Goldfisch mit Bleistift

Lasur

Die Lasur ist eine Form des transparenten Farbauftrags. Im Grunde genommen zieht man einen Strich oder füllt eine Fläche mit transparenter Farbe, wartet, bis sie vollkommen getrocknet ist, und legt eine weitere Schicht transparenter Farbe darüber.

Ein lasierender Farbauftrag arbeitet sich stufenweise durch das Bild durch und wirkt anders, als wenn man die Wasserfarben separat mischen würde.

Aquarell Maltechniken: Lasur

Lavur

Auch wenn das Wort Lavur ähnlich klingt wie Lasur und man beide Begriffe leicht verwechseln kann, so steckt hinter der Lavur eine völlig andere Form des transparenten Farbauftrags.

Beim Lavieren handelt es sich um nahtlose Farbverläufe, die man ab besten mit breiten Pinseln und jede Menge Wasser malen kann.

Aquarell Maltechniken: Lavur

Farbverläufe

Spätestens wenn man einen Sonnenuntergang malen will, braucht man einwandfreie Farbverläufe. Bevor wir jedoch mit dem Pinsel ins kalte Wasser springen, sollten wir sie ein bisschen üben.

Beginnen wir mit einem einfachen Farbverlauf von Farbe zu Wasser.

Kontrollierte Farbverläufe erreichen wir, indem wir Striche nebeneinander setzen mit abnehmendem oder zunehmendem Wasseranteil. Die Striche setzt man ohne Freiraum nebeneinander, sodass die Grenzen ineinander verlaufen können.

Aquarell Maltechnik: Farbverlauf Rot

Ähnlich verhält es sich auch mit Farbverläufen von einer Farbe zu einer anderen.

Im Beispielbild wurde mit einem kräftigen Blau mit geringem Wasseranteil gestartet. Zur Mitte hin ist nicht nur der Wasseranteil gestiegen, sondern auch der Anteil von roter Farbe. Fortlaufend wurde der Wasseranteil reduziert und der Anteil roter Farbe erhöht.

Aquarell Maltechnik: Farbverlauf Blau zu Rot

Nass in nass

Zunächst tragen wir klares Wasser oder sehr nasse Farbe auf einen Bereich auf. Während dieser Bereich noch nass ist, tupfen wir mit dem nassen Pinsel Farbe hinein.

Die Farbpigmente breiten sich langsam über die nasse Fläche aus und kreieren interessante Farbverläufe.

Aquarell Maltechnik: Nass in nass

Trocken auf trocken

Es wichtig, dass das Papier absolut trocken ist. Es muss nicht unbearbeitet sein, aber wenn wir zuvor bspw. nass in nass gearbeitet haben, muss alles getrocknet sein.

Auf dem trockenen Papier malen wir mit einem trockenen Pinsel. Technisch gesehen ist der Pinsel nicht wirklich trocken, aber der Wasseranteil ist im Gegensatz zu anderen Techniken sehr gering.

Sinn dahinter ist den Pinsel einem Stift ähnlicher kommen zu lassen, damit man mit ihm genauso präzise zeichnen kann. Haare oder Gräser lassen sich super mit dieser Technik malen bzw. zeichnen.

Aquarell Maltechnik: Trocken auf trocken

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