Radierer: Radiergummi zum Zeichnen

Radierer: Radiergummi zum Zeichnen

Der Radierer (oder Radiergummi) ist ein hilfreiches Werkzeug für jeden Künstler. Dabei muss es auch nicht immer nur darum gehen Fehler verschwinden zu lassen, manche Radiergummis können eine ähnliche Rolle wie ein Stift in verschiedenen Werken einnehmen.

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Wie funktionieren Radierer?

Beim Zeichnen reibt der Bleistift Grafitteilchen auf dem Papier ab, die dort haften bleiben. Dieses Haftenbleiben ist ein physikalischer Zustand und wird Adhäsion genannt. Der Radiergummi bietet den Grafitteilchen aber eine bessere Oberfläche zum Haftenbleiben an als das Papier, daher wandern diese beim Radieren von Papieroberfläche zur Oberfläche des Radiergummis.

Hierbei ist es wichtig, dass Stellen auf dem Radiergummi, die bereits die Grafitteilchen aufgenommen haben, vom Radiergummi abfallen und neue, saubere Stellen freigelegt werden, die wieder neue Grafitteilchen aufnehmen können.

Die nervigen Radiergummikrümel sind also ausschlaggebend dafür, dass der Radiergummi überhaupt seine Aufgabe erfüllen kann. Würden sie nicht entstehen, würde der Radiergummi keine weiteren Grafitteilchen aufnehmen können und anstatt zu radieren, einfach die Grafitteilchen auf dem Papier verschmieren – und damit würden wir höchst wahrscheinlich unsere Zeichnung versauen.

Dies ist auch der Grund, warum man lieber qualitativ hochwertige Radierer den günstigen Schmierern vorziehen sollte.

Parallelschraffur, einfache Schraffur

Präzisionsradierer im Bild: Tombow Präzisionsradierer MONO zero

Welche Arten von Radiergummis gibt es?

Die verschiedenen Arten von Radierern haben ihre ganz besonderen Vorteile und Einsatzgebiete, durch die wir unsere Zeichnungen noch besser machen können.

Klassischer Radiergummi

Den klassischen Radiergummi kennen wir alle: Er ist meist ein simpler, weißer Block.

Zwar ist er nicht für seine Genauigkeit bekannt, mit ihm kann man aber zuverlässig jeden Bleistiftstrich radieren. Man munkelt, sein häufigster Einsatzbereich ist das Entfernen von Hilfslinien oder Teilen einer Skizze, die man im späteren Bild nicht sehen soll.

Meiner Meinung sollte jeder Künstler einen klassischen Radiergummi besitzen, denn er gehört zu einer soliden Grundausstattung einfach dazu.

Die Auswahl für klassische Radiergummi ist groß, mir persönlich gefallen die weißen von Pelikan besonders gut. Sie sind weich, halten gefühlt jahrelang und schmieren nicht.

Radierstift / Präzisionsradierer

Radierstifte gibt es in verschiedenen Varianten, beispielsweise als Mine in einer Holzfassung, als stiftförmiger Gummi oder als Mine in einem modernen Druckmechanismus.

Die primäre Aufgabe von einem Radierstift ist es detailliert Striche, Punkte oder andere filigrane Formen radieren zu können. So kann man ihn beispielsweise dafür nutzen, Glanzlichter, Lichtpunkte oder -kanten in die Zeichnungen einzuarbeiten.

Ich selbst nutze den Präzisionsradierer von MONO zero, der über einen Druckmechanismus verfügt. Er liegt bequem in der Hand und ist meine erste Wahl, wenn ich kleine Stellen in einem Portrait radieren möchte. Für mich ist er wie ein negativ zeichnender Bleistift, der seinen Zweck sehr gut erfüllt.

Knetradiergummi / Radierknete

Ein Knetradiergummi (auch Radierknete genannt) hat den großen Vorteil, dass er formbar ist. Wir können uns ganz bequem das formen, was wir beim Zeichnen brauchen, beispielsweise eine Spitze, eine schmale Kante oder eine große Fläche. Er ist besonders sanft zum Papier und kann es beim Radieren nicht beschädigen.

Durch Druck verändert sich die Form dieses weichen Radiergummis und er radiert nicht besonders stark. Das ist beim Radieren von beispielsweise sanften Lichtreflexen auf Haut oder Haar aber auch gewollt und sollte nicht als Nachteil gewertet werden.

Nach sehr langer Nutzung sollte man den Knetradiergummi austauschen, da er auf Dauer zunehmen mehr Pigmente aufnimmt, dadurch schmutziger wird und in seiner Qualität nachlässt.

Meine Empfehlung geht hier an den Knetradiergummi von Faber-Castell. Er hinterlässt keine merkwürdigen Rückstände auf den Fingern, nimmt die Grafitteilchen sehr gut auf und wird in einer durchsichtigen Aufbewahrungsbox geliefert, damit er vor Staub oder ähnlichem geschützt ist und sauber bleibt.

Tipps für das Radieren

  • Möchte man großflächig radieren, sollte man es lieber langsam angehen lassen und das Papier zwischen den Fingern spannen. Andernfalls läuft man vor allem bei dünnem Papier Gefahr, dass das Papier knickt oder reißt.
  • Wir sollten immer nur leichten Druck beim Radieren ausüben, um die Papieroberfläche nicht zu beschädigen.
  • Stark benutzte Radiergummi kann man ganz einfach auf einem separaten Stück Papier sauber reiben, damit sie für die nächste Zeichnung direkt voll einsatzfähig sind.
  • Je stärker wir mit unserem Bleistift auf das Papier aufdrücken, umso schwieriger wird es den Strich zu radieren. Wer also einen dunklen Strich ziehen möchte, sollte lieber einen weicheren Bleistift verwenden, als stark mit einem harten aufzudrücken.
  • Erwischen wir uns dabei, dass der Radierer uns vom Zeichnen abhält und wir jeden gezogenen Strich direkt entfernen, sollten wir sofort alle Radiergummis in den Tiefen einer Schublade verschwinden lassen. Dieses Verhalten ist ein klares Zeichen dafür, dass wir zuerst an dem Vertrauen in unseren eigenen Strich arbeiten sollten.

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